1900 bis 1950

1900 Am 02.07. steigt der erste Zeppelin, der 128m lange LZ 1, über dem Bodensee bei Manzell in die Luft.
1903 Die Brugger"sche Sägemühle unterhalb der Rattenweiler Steige brennt ab.
1905 Am 22. Mai stirbt Pfarrer Agathon Lutz. Er war 24 Jahre lang Seelsorger der Gemeinde.
1909 Prälat Schneider stirbt am 09. Oktober in Stuttgart. Er stammte aus Wielandsweiler.
  Das Kirchenschiff wird neu eingedeckt.
1910 Langnau, Hiltensweiler, Götzenweiler und Rudenweiler werden an das Wassernetz der "Degerseegruppe" angeschlossen.
  An Weihnachten wird das neue elektrische Uhrwerk der Kirchturmuhr (von Fa. Hörz aus Ulm) in Betrieb genommen.
1911 Die Arnoldsquelle bei Heggelbach sowie der Muttelsee werden in die Wasserversorgung einbezogen.
  Am 16.11. um 22.26 Uhr gibt es auf der schwäbischen Alb ein Erdbeben der Stärke 6,1 auf der Richterskala das bis in unsere Gegend deutlich spürbar war. Die Kirchturmuhr inn Hiltensweiler bleibt deswegen sogar stehen.
  Am 31.07. wir die Primiz von August Rief (Sohn vom Schreinermeister Rief) gefeiert.
1912 Im Gasthaus "Engel" in Hiltensweiler kommt es zu einer Messerstecherei mit italienischen Gastarbeitern. Josef Sauter aus Rudenweiler wird hierbei tödlich verletzt.
  Am 10.07. wird die Primiz von Karl Heimpel aus Oberwolfertsweiler gefeiert. Heimpel war Studienkollege von August Rief.
1914 Am 02. August erfolgt die Mobilmachung für den ersten Weltkrieg. Straub aus Wielandsweiler verkündete die Nachricht noch in der Nacht mit Trompete und Trommel in allen Teilorten der Gemeinde. Erster Freiwilliger ist Bernhard Mayer aus Rudenweiler; er macht sich noch in der Nacht auf den Weg in die Kaserne in Weingarten.
1915 In der Gemeinde Langnau werden u.a. folgende Gewerbe verzeichnet: Sägerei (OL), Warenhandlungen, Grabsteingeschäft (H), Hopfenhandlung und Benzinmotorbetriebe.
  An Vereinen werden notiert: Veteranen-, Krieger-, Musik-, Männergesangs-, Radler- und Ortsviehversicherungsverein sowie eine Ortsgruppe des Bezirksobstbauvereins.
  Am 27.08. ertrinkt Maria Waggershauser im Alter von 22 Jahren im Degersee. Zum Gedenken wurde ein sog. Marterl errichtet, welches 1954 von Pfarrer Bopp renoviert wurde.
1916 Russische und polnische Kriegsgefangene kommen nach Hiltensweiler.
1917 Lebensmittel wreden rationiert und Lebensmittelkarten eingeführt.
  Am 28.07. müssen Kirchenglocken und Orgelpfeifen abgeliefert werden. Alleine die 1622 gegossene Arnoldsglocke wird verschont.
  Gründung der "Darlehenskasse" (später Raiffeisenbank) Hiltensweiler. Erster Vorstand ist Gebhard Schneider aus Wielandsweiler (Bruder von Prälat Schneider).
1918 Kriegsende und Ausrufung der Republik. Auch in Langnau wird von Alois Mayer (Langnau) und Anton Sorg (Rattenweiler) die rote Fahne gehisst.
1919 Die letzten zwei Kriegsteilnehmer kehren heim: Pius Waggershauser und Agathon Lutz (Heggelbach).
  In der Nacht vom 01. April fallen enorme 70 cm Neuschnee. Der folgende Frost zerstörte die Blüten zahlreicher Obstbäume und führte zu einer schlechten Ernte.
  In die Orgel werden neue Pfeifen eingebaut (von Fa. Reiser aus Biberach). Außerdem wurden bei der Fa. Ulrich aus Thüringen neue Glocken bestellt.
1920 Die neuen Glocken der Gebr. Ulrich werden im Kirchturm eingebracht.
  Am 01.05. wird im ehemaligen Schulhaus die Schwesternstation errichtet. Im Festsaal des Gasthofs "Engel" wird die Nähschule abgehalten.
1922 Am 05.08. findet die Investitur des neuen Pfarrers August Biesinger statt.Die Gemeinde wird an die Stromversorgung angeschlossen.
1928 Konrad Spohn fährt zum letzten Mal mit der Postkutsche.
1930 Am 06.11. findet die Investitur des neuen Pfarrers Kolomann Grupp statt.
1931 Renovierung der Pfarrkirche: Einbau einer neuen Orgel (Fa. Späth aus Ennetach) diesmal auf der zweiten Empore, Aufstellung Kinderbänke, Verschiebung der ersten Empore nach vorne.
1932 Die ehemaligen gotischen Kreuzwegbilder werden an den Kirchenmaler Lahn aus Saulgau verkauft. Anstelle dieser wurden die alten Stationsbilder wieder aufgehängt.
1933 Von den Nationalsozialosten wird verlangt, dass neben der Landes- auch die Hakenkreuzfahne zu hissen ist.
1935 Der Nationalsozialist Leopold Sulzer wird am 01.03. als Bürgermeister der Gemeinden Langnau und Laimnau eingesetzt.
1936 Der Steg über die Argen zw. Unterlangnau und Bad Laimnau geht in das Eigentum der Gemeinde Langnau über.
  Am 16.07. stirbt der ehemalige Pfarrer Biesinger im Alter von 73 Jahren.
1937 Der 06.05. markiert das Ende der bisherigen Zeppelin-Luftschiffahrt: die LZ-129 Hindenburg fing bei der Landung in Lakehurst (USA) Feuer und brannte binnen weniger Sekunden aus. 36 Menschen sterben.
  Am 28.09. findet im Rahmen eines Musikfestes die Fahnenweihe der Musikkapelle Hiltensweiler statt.
1938 Arnold Renz wird in Lochau (Österreich) zum Priester geweiht; Primiz in Hiltensweiler ist am 03.07. Er ist später u.a. 15 Jahre in China engagiert. Zweifelhafte Berühmtheit erlangte er mit dem Exorzissmus der Anneliese Michel im Jahr 1976 in Klingenberg am Main.
  Gründung der Schreinerei Holitsch durch Georg Holitsch sen. in Rappertsweiler.
1939 Am 1. September um 04:45 Uhr (nicht 05:45 Uhr, wie es in Hitlers berüchtigter Rede vor dem Reichstag heißt) begann das Deutsche Reich den Angriff auf Polen durch das Linienschiff Schleswig-Holstein, das die Westerplatte Danzig beschoss. Dem Angriff war keine offizielle Kriegserklärung an Polen vorausgegangen. Gerechtfertigt wurde der Überfall durch zuvor fingierte Ereignisse, wie den angeblichen Überfall auf den Sender Gleiwitz, der von SS-Soldaten ausgeführt wurde, die als polnische Widerstandskämpfer verkleidet waren. Wenn auch zahlenmäßig ebenbürtig, hatte die polnische Armee der deutschen Wehrmacht technisch und taktisch wenig entgegenzusetzen. Zwei Tage später erklärten Frankreich und England Deutschland den Krieg. Der Zweite Weltkrieg war ausgebrochen.
1940 Am 30.03. wird der ehemalige Pfarrer Mangold in Tettnang beerdigt.
1944 Lindauer Fischer fangen im Degersee einen Weller (Wels) mit beeindruckenden 1,90m Länge und über 40 kg.
1945 Gegen Kriegsende zünden SS-Einheiten die Argenbrücke bei Laimnau an. Die Giessenbrücke wurde vom Volkssturm gesprengt.
  Am 07.05 zogen ca. 4.500 dtsch. Kriegsgefangene durch Hiltensweiler Richtung Lindau.
  Am 08.05. endet der 2. Weltkrieg mit der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. Ca. 50 Millionen Menschen, der Großteil Zivilisten, verlieren hierbei ihr Leben. Dem von den Nazis verübten Holocaust an Juden fallen ca. 6 Millionen Menschen zum Opfer. Auch andere Bevölkerungsgruppen wurden durch den Rassenwahn getötet: Roma, Sinti, Jenische, geistig Behinderte oder auch Homosexuelle.
  Im Pfarrhaus wurden französische Besatzungstruppen untergebracht.
  Am 16.09. wurde der Pfeiler der Argenbrücke bei Steinenbach so stark unterspült, dass diese zusammenbricht.
  Basil Bentele wird als kommisarischer Bürgermeister eingesetzt. Später wurde er regulär gewählt und war bis 1954 im Amt.
1947 Neubau der Schreinerei Holitsch in Hiltensweiler.
1948 Am 14. November 1948 tritt in Tettnang zum ersten Mal partei-unabhängige Bürger mit einer eigenen Liste zu den Gemeinderatswahlen an. Als „Freie Wähler Vereinigung“ (FWV) erreichten sie damals mit vier Sitzen auf Anhieb Fraktionsstärke. Bekannte Tettnanger Persönlichkeiten wie z.B. Dr. Siegfried Locher, Edwin Bruder, Josef Gebhard, Erika Dillmann, Dr. Waldemar Herz, Walter Dannecker, Baptist Bentele, Georg Holitsch, Karl Welte sen., Hansjörg Bär treten für die FWV in den folgenden Jahrzehnten an.
1949 In Hiltensweiler werden am Palmsonntag die 5 neuen Glocken geweiht und anschließend eingebaut.
  Die erste Tettnanger Hopfenkönigin wird gewählt.


19. Jahrhundert
1950 bis 1970

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